
Über Änderungen, Ergänzungen usw. informiert Sie der eMailVerteiler des Kulturinstituts.
Richten Sie bitte ein Mail an: gerhard.froehlich@jku.at
Ausstellung in der Kepler Uni Linz 2004
Titel der Ausstellung:
konzept aktion stillstand
Die 2. Ausstellung in quattroart.
Ein vierteiliges künstlerisches Konzept (Erarbeitungsdauer 16 Jahre) wird über Platzhalter und Abstandsnotizen als fiktives Gesamtkunstwerk verwirklicht.
|
Biografie
Paul Jaeg ist am 1. 2. 1949 in Gosau, Oberösterreich, geboren. Nach Abschluss der Pädagogischen Akademie in Salzburg wird er Lehrer in verschiedenen Orten. Es folgt der Entschluss, sich fast ganz dem Bereich Neuer Texte, Neuer Kompositionen und Neuer Malerei und Installationen zu widmen.
|
 |
| Im Jahr 1991 gründet er den Literaturverlag AROVELL und die kleine Quartalszeitschrift AROVELL-Kunstzeitschrift. Im Dez. 2001 erschienen im Münchner Verlag blackink sein Buch Der Landwiener Thomas Bernhard und im Jahr 2002 im Arovell Verlag das Essay-Buch alles noch unerlebt. Er veranstaltete 10 Jahre lang das Künstlerfest KULTURGERADE in Ohlsdorf und leitet nun die Wortchaostage am Traunsee seit Juni 2003. Seine letzten Ausstellungen fanden unter dem Titel Handlungsanweisungen in der Galerie M. Bilger in Schlierbach OÖ, kuratiert von Dr. Martin Hochleitner, und in der BVÖ Galerie Ursulinenhof Linz statt |
|
|
Die Linzer Kunst-Kritikerin
Elisabeth Vera Rathenböck
In:
OÖ Krone vom 16. Jänner 2004,
anlässlich der Jaeg-Ausstellung Reibungsfächen (Installationen in quattroart), in der BVÖ Galerie Ursulinenhof Linz
Paul Jaeg ist als spontaner aber ästhetische geschulter Zeichner bekannt.
Auch seine schriftstellerischen Entwürfe, u. a. über Thomas Bernhard, sind nicht zu verachten.
Das Sprechen mit bekannten Mitteln wird durch suchende und irritierende Momente hinterfragt.
Text von Paul Jaeg
zu seinem Gesamt-Konzept:
16 Jahre sind vorbei
Im Jahr 1988 beschloss Paul Jaeg aus Gosau gemäß seinem 10-seitigen Konzept Kunstwerke zu erzeugen. Der Plan lautete wie folgt: Durch absichtliche Veränderung der Verhaltensweisen im Alltag sowie bewusste Steuerung von Bildern, Musik und Texten, die von ihm an ihn herangelassen oder abgewiesen wurden, entstehen im Kopf sogenannte Unruhen, die sich in Kunstwerke umsetzen lassen.
Text von Paul Jaeg
zum Werk
Die allgemeine Müdigkeit der Gesellschaft an ihren ureigensten Problemen bilden das Hauptsujet in meinen Werken, ich arbeite unermüdlich daran, eingefahrene und zahnlose Aussagen aus allen Ecken der Regionen und Ebenen zu hinterfragen und so objektiv wie möglich in leicht verzerrter Form darzustellen. Hier kommen ungustiöse Praktiken und dubiose Freundschaften genau so zur Sprache wie unbezahlte und nicht öffentliche Hinwendungen im sozialen Bereich. Es geht nicht um Abbilden oder Verschlüsseln, sondern schlicht um den Glauben, dass wohlüberlegte Bild- und Zeichenformen Wirkungen erzeugen können, die mit anderen Mitteln nicht erreichbar sind.
Ich trete für eine unreine Malerei ein, meine Bilder versprechen zunächst einmal eine gewisse Vertrautheit und Gemütlichkeit, aber bald merkt man, dass sie zersplittert sind wie unser Leben, und dass sie, indem sie zu einer Fragmentware neigen, eine intensive Reflexion einfordern.
Jaeg - Kritik
Über Paul Jaeg:
Aus einem Filmgespräch
Dr. Barbara Wally, Kunstkritikerin und Leiterin der Akademischen Malerwochen auf der Festung in Salzburg
und
Paul Jaeg, Gosau
Aufgenommen am 14. 12. 2000 in Salzburg Kapitelgasse 5
Dr. Barbara Wally über Paul Jaeg (Ausschnitt):
Ihre Werke wirken auf mich wie Einzelgeschehnisse, auch wenn sie Serien angehören. Ich vermute, dass Sie das Bild als Fläche benutzen und mit der Hand hineinfahren wie in eine Landschaft. Die Hand tastet sich vor, macht Umwege, sichert Spuren und bildet neue. Ich sehe darin keine expressive, sondern eine suchende Haltung.
In Ihren Ansprüchen tauchen immer wieder Kategorien einer starken Selbstdisziplin auf, das heißt, dass Sie sich etwas streng vornehmen. Ihre Bilder aber klaffen auseinander, man erkennt eine suchende und eine ergreifende Haltung. Beim Vortasten benötigt man keinen Willen. Aber Sie präparieren sich vorher stark, also spielt das Wesentliche doch eine Rolle.
Ihre Bilder bestehen gleichzeitig aus Zeichnung und Malerei.
In der Zeichnung gibt es Erzählungen und Ihre Malerei kommt mir vor, als ob Sie für die Zeichnung einen neuen Raum schaffen wollen.
|